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Raue Haare: Liegt es an Trockenheit, Rückständen oder Abnutzung?

Fühlen sich Ihre Haare rau an, brauchen sie nicht unbedingt mehr Pflege. Wo sie hängen bleiben und wie sie sich nach dem Waschen anfühlen, hilft Ihnen, den nächsten Schritt zu wählen.

Eine Frau hält ihr welliges Haar locker auf der Hand, umgeben von Rosé- und Elfenbeintönen.
Inhaltsverzeichnis

Bevor Sie zu einer Maske oder einem Öl greifen, schauen Sie genauer hin: Wo bleiben Ihre Haare hängen, seit wann fühlen sie sich rau an und was verändert sich nach dem Waschen? Fühlt sich das Haar zugleich beschwert an, können Rückstände dahinterstecken. Sind die Längen leicht, aber wenig geschmeidig, könnte es sich um ein Trockenheitsgefühl handeln. Bleibt eine Partie auch nach gründlichem Waschen und Ausspülen rau, besonders nach Behandlungen oder strapazierenden Handgriffen, kommt eine abgenutzte Haarfaser infrage. Diese Anzeichen können sich überschneiden. Beginnen Sie mit der Erklärung, die zu Ihren Beobachtungen passt, und verändern Sie zunächst nur eine Sache.

So prüfen Sie den Griff, ohne das Haar zu strapazieren

Nehmen Sie vorsichtig eine trockene Strähne zwischen die Finger und gleiten Sie damit in Richtung Spitzen. Vergleichen Sie dabei eine Partie am Ansatz, die Längen und die Spitzen. Streichen Sie nicht gegen die Wuchsrichtung und ziehen Sie nicht an den Haaren, um zu testen, wie viel sie aushalten.

Versuchen Sie, das Gefühl genauer zu beschreiben. Bleiben die Haare hängen, obwohl sie sich leicht anfühlen? Sind sie klebrig oder wachsig, kleben einzelne Haare zu Strähnen zusammen? Vielleicht ist auch nur eine bestimmte Partie rau. Das Wort „rau“ beschreibt erst einmal, wie sich das Haar anfühlt. Warum das so ist, wissen Sie damit noch nicht.

Denken Sie zurück: Haben Sie ein neues Stylingprodukt verwendet, mehrere Pflegeprodukte übereinander aufgetragen oder beim Ausspülen wenig Zeit gehabt? Auch eine Coloration, eine Blondierung oder häufigeres Hitzestyling können einen Anhaltspunkt liefern. Mit einer solchen Veränderung lässt sich meist mehr anfangen als mit der pauschalen Bezeichnung „strapaziertes Haar“.

Was Sie beobachten und als Nächstes ausprobieren können

Was Sie beobachten Mögliche Erklärung Eine einzelne Veränderung zum Testen
Wachsiger oder beschwerter Griff nach mehreren Produktanwendungen Rückstände aus der Routine Das zuletzt hinzugefügte Stylingprodukt weglassen
Nach kurzem Ausspülen fühlt es sich an, als wäre noch Produkt im Haar Unvollständiges Ausspülen Gründlicher ausspülen, ohne die Produkte zu wechseln
Leichte, wenig geschmeidige Längen ohne spürbaren Film Empfundene Trockenheit Die gewohnte ausspülbare Pflege gemäß Gebrauchsanweisung gezielter auf den betroffenen Partien verteilen
Anhaltende Rauigkeit an behandelten oder Hitze ausgesetzten Längen Mögliche Abnutzung Einen Durchgang mit dem Glätteisen weglassen, der nur dem Finish dient

Nach dem Waschen fühlt sich das Haar deutlich besser an

Das macht Rückstände wahrscheinlicher, vor allem wenn das Haar auch wieder leichter ist. Ein bestimmter Inhaltsstoff lässt sich daraus aber nicht als Ursache ableiten. Die Übersichtsarbeit Hair Cosmetics: An Overview beschreibt unter anderem, dass sich Silikone darin unterscheiden, wie sie sich ablagern, am Haar haften und beim Waschen entfernen lassen.

Sind Ihre Längen steif und beschwert, seit Sie ein zusätzliches Stylingprodukt verwenden? Lassen Sie dieses Produkt zunächst weg, bevor Sie noch eine reichhaltige Pflege auftragen. Bleibt der Rest Ihrer Routine gleich, können Sie besser erkennen, ob sich dadurch etwas verändert.

Das Haar ist leicht, aber wenig geschmeidig

Hier lohnt es sich, dem Trockenheitsgefühl nachzugehen. Es bedeutet allerdings nicht, dass ein messbarer Wassermangel in der Haarfaser vorliegt. Prüfen Sie zuerst, ob Ihre gewohnte Pflege die rauen Längen überhaupt erreicht und ob Sie sie so anwenden, wie es die Gebrauchsanweisung vorsieht.

Vielleicht bleiben die Strähnen im Nacken hängen, während Sie die Pflege hauptsächlich an den Seiten verteilen. Dann ist es sinnvoller, diese Partie gezielter zu pflegen, als gleich die ganze Routine auszutauschen. Falls Sie danach ein Öl ausprobieren möchten, finden Sie im Leitfaden zu Haarölen nach Haartyp weitere Hinweise. Fühlt sich Ihr Haar bereits beschwert an, sollte Öl jedoch nicht der erste Schritt sein.

Dieselbe Partie bleibt nach dem Ausspülen und Trocknen rau

Überlegen Sie, was diese Haare schon mitgemacht haben. Bleiben etwa blondierte Längen hängen, während der jüngere Ansatz weicher ist, spricht das eher für eine mögliche Abnutzung. Mehr dazu finden Sie in unserem Artikel über die Auswirkungen von Colorationen auf das Haar.

Versuchen Sie dann zunächst, einen belastenden Handgriff zu reduzieren. Ein weiteres Produkt ist nicht unbedingt der nächste sinnvolle Schritt. Die American Academy of Dermatology empfiehlt unter anderem, Belastungen durch Hitze und häufige Manipulationen zu begrenzen. Auch wenn eine Pflege das Haar weicher macht, bleibt bestehen, was die Haarfaser zuvor durchgemacht hat.

Eine Veränderung ausprobieren und genau vergleichen

Notieren Sie kurz, welche Partie betroffen ist, wie sie sich anfühlt und was Sie ändern möchten. Prüfen Sie den Griff später wieder am trockenen Haar und unter möglichst ähnlichen Stylingbedingungen. Wenn Sie einmal nasses Haar und einmal frisch geföhntes Haar beurteilen, lässt sich daraus wenig ablesen.

Wechseln Sie deshalb nicht Shampoo, Maske und Finish auf einmal. Auch eine improvisierte saure Spülung ist kein geeigneter Versuch, die Rauigkeit zu korrigieren. Bei der Rolle des pH-Werts in der Haarpflege geht es um die Formulierungen. Mit den Fingern allein lässt sich keine entsprechende Diagnose stellen.

Für das Finish können Sie den Perfektionierender Haar-Nebel verwenden. Laut Hersteller hilft er, Frizz zu bändigen, und lässt das Haar weicher und glänzender wirken. Rückstände entfernt er nicht. Tragen Sie ihn auf feuchtes Haar auf, verteilen Sie ihn und föhnen Sie anschließend mit warmer Luft, während Sie das Haar sanft bürsten. Der Hersteller weist darauf hin, vor diesem Trocknen kein anderes Stylingprodukt zu verwenden. Probieren Sie ihn daher nicht zusätzlich aus, solange Sie gerade eine andere Veränderung testen.

Häufige Fragen

Sind raue weiße Haare automatisch geschädigt?

Nein. Eine andere Haarstruktur allein ist noch kein Hinweis auf Abnutzung. Vergleichen Sie die weißen Strähnen untereinander. Achten Sie darauf, ob sich ihr Griff erst kürzlich verändert hat, wo sie liegen und wie sie sich nach dem Waschen anfühlen.

Warum fühlen sich meine Haare nach einer Maske weich an und sind danach wieder rau?

Eine Pflege kann den Griff vorübergehend verbessern, ohne die Ursache der Rauigkeit zu beseitigen. Beobachten Sie, wann das raue Gefühl zurückkommt: nach einem bestimmten Handgriff oder immer an denselben Längen?

Wann sollten Sie professionellen Rat einholen?

Wenn neben der Rauigkeit starker Haarbruch, ungewöhnlicher Haarausfall oder eine schmerzende beziehungsweise gereizte Kopfhaut auftreten, sollten Sie nicht allein mit kosmetischen Tests weitermachen. Eine Fachperson kann beurteilen, ob mehr dahintersteckt als ein rauer Griff.

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